Montag, 9. Juni 2014

Neue Originalteile



Neue Originalteile

Tatsächlich bekommen wir für den Skoda neue, originale Teile. Wir haben einen Händler gefunden, der uns z.B. neue Abdeckungen für die Rücklichter liefert und das zu einem fairen Preis. Bei Oldtimern können Preise für solche Teile schnell in den dreistelligen Bereich gehen, wenn sie gut erhalten sind. Unsere Teile hingegen sind neu. Wir haben das unverschämte Glück, das die alten Fabriken immer noch laufen und für bezahlbaren Nachschub sorgen.

Wir bestellten allerlei Kleinigkeiten, die allerdings alle wichtig sind. Darunter fanden sich beispielsweise auch neue Kühlerschläuche.

Wir schraubten nun  fast jeden Tag an unserem Skoda. Die schriftlichen Prüfungen waren vorbei und bis zu den mündlichen war noch etwas Zeit.
Mit dem Druckmesser meines Vaters überprüften wir die Kompression der einzelnen Zylinder und mussten feststellen, dass Einer weniger Druck aufbaute als die Anderen. Gleich nachdem wir die Zündkerze gewechselt hatten, war sie ölig. Daniel meint, die Ventilschaftdichtungen sind ein Schwachpunkt unseres Modells. Wir hoffen alle, dass sie undicht sind, denn ansonsten bleiben nur die Kolbenringe als Fehlerquelle. Diese auszutauschen ist aufwendig.
Diesem Problem wollen wir allerdings erst später auf den Grund gehen, nun konzentrierten wir uns erst einmal auf den TÜV.

Spontan fuhren wir zur TÜV stelle und erzählten wieder einmal was wir vorhatten. Zu unserer Freude nahm man uns ernst und versicherte uns, das es durchaus möglich sei, einen Holzvergaser zuzulassen. Unser Plan, den Vergaser auf einen Anhänger zu stellen und so das Auto nur in geringem Maße umzubauen, fand großen Zuspruch.

Straßenarbeiter haben oft Anhänger auf denen große Behältnisse stehen, die den Teer heiß halten. Diese Gefährte sind schließlich auch zugelassen, also warum sollten wir unseren Metallhaufen nicht auch auf die Straße bekommen? Motiviert und voller Tatendrang arbeiteten wir weiter.
Der Unterboden sollte geschweißt und der Innenraum abgeschliffen und lackiert werden. Für mich war es das erste Mal, dass ich eine Flex in die Hand nahm und keiner von uns konnte schweißen. Es gelang uns aber, auch wenn die Nähte nicht ganz so sauber und professionell aussahen, abgeschliffen und mit Zinkspray versehen, machten sie einen soliden Eindruck.

Freitag, 6. Juni 2014

Erste Handgriffe



Erste Handgriffe

Als erstes musste der Skoda entrümpelt werden. Er war voll mit allerlei Kram, wovon die Hälfte vergammelt war. Jede Menge alter, verrotteter Bettlaken und Schimmel förderten wir aus dem Kofferraum zutage. Gleich zwei Ersatzreifen gab es. Einer davon hatte das passende Profil jedoch eine andere Felge als die von unserem Skoda. Bei dem Anderen war es genau umgekehrt.
Den alten Verbandskasten gab es auch noch und er ist in einem top Zustand. Wir haben uns darauf geeinigt, ihn nicht zu verkaufen und ihn für etwaige Verkehrskontrollen aufzubewahren. Groß ist die Vorfreude auf die verdutzten Gesichter, einen richtigen Verbandskasten haben wir natürlich auch dabei


Großzügig wurde uns erlaubt, im Carport eines benachbarten Bauernhofs zu schrauben und so begann Daniel sich den Bremsen zu widmen. Ihre Zylinder waren vollkommen zugesetzt.
Für den Innenraum kauften wir einen Teppich und brauchten ewig; bis wir uns auf einen geeinigt hatten: Alle waren aber zufrieden und konnten es kaum erwarten ihn zu verlegen. Diese Ehre wurde Flo zuteil. Ich kümmerte mich währenddessen um den Wischermotor und die Pumpe für das Wischwasser, beide brauchten etwas Liebe.

Als der Teppich ausgelegt war
und die Bremsen endlich wieder fit waren zeigte sich die wahre Natur des Autos. Es fuhr wie eine Eins. Der Skoda überrascht mich heute noch mit seiner Power. Ich hätte nie gedacht, dass so ein altes Auto so gut anfahren kann. Die Kupplung ist nicht verschlissen und kommt sehr direkt.

Der Preis, den wir für jede instandgesetzt Bremse zahlen müssen ist allerdings hoch. Ich spreche nicht von Geld, sondern von den Federn, die die Bremsbacken wieder zusammen drücken. Sie abzunehmen ist einfach, sie wieder anzubringen aber schwierig.
Mittlerweile haben wir etwas Routine. Bei den hinteren beiden Bremsen drehe ich z.B. vorne den Motor, dadurch kann Daniel die Feder mit der, sich bewegende Antriebswelle spannen. Mit einem gezielten Hammerschlag wird sie dann in ihrem Loch eingehakt. Man kann sich ausmalen, wie sanft wir dabei vorgehen.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Der Skoda Lebt



Der Skoda Lebt

Der Skoda sprang an!

Nachdem wir heil bei Daniel angekommen waren und das Auto in seiner Einfahrt geparkt hatten konnte er nicht an sich halten.
Am nächsten Tag wurde der Wagen kurz geschlossen, da der Schlüssel verschütt gegangen war. Wenn ich mich recht entsinne, wollte unser Octavia allerdings nicht beim ersten Versuch starten, er musste mit dem Trecker erst angezogen werden.
Flo und Ich waren bei der ersten Fahrt allerdings nicht dabei. In der Schule ging es derweil auf das Abitur zu. 

Am darauffolgendem Wochenende fand ich dann aber die Zeit zu Daniel zu fahren und mit ihm eine erste Probefahrt zu machen. Dass unser tschechischer Freund allerdings auf einem Bein lahmte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Was wir auch nicht wussten, war, das bei diesem Auto der erste Gang ganz rechts war und nicht links, wie bei modernen Wagen. Das hatte zur Folge, dass die anfängliche Euphorie schnell verschwand. Unter extremen Kupplungsschleifen gelang es uns aber tatsächlich im vierten Gang anzufahren (!) und eine Runde um den Fuchsberg zu drehen. Es war schwer sich darüber zu freuen, dass das Auto seinen Wert verdreifacht hatte, nur dadurch dass es ansprang. Meiner Meinung nach fuhr es ja kaum an.
Nun kam die Erkenntnis, dass der erste Gang links ist. Plötzlich fuhr unser Baby auch an. Schaltete man allerdings in den Leerlauf hielt der Skoda sofort an und rollte kein Stück. Merkwürdig.
Auf der zweiten Probefahrt bemerkten wir, dass das Rad hinten rechts stand. Die Bremse hatte sich festgesetzt und blockierte das Rad. Als wir in Daniels Straße einbogen, sahen wir die lange schwarze Spur, die wir beim Losfahren gezogen hatten.

Der Anfang



Der Anfang

Moin Moin und Willkommen zu unserem Holzvergaser/Istanbul Blog.

Mittlerweile nimmt unser Projekt richtig Form an und es ist eigentlich schon ein bisschen spät für einen Blog. Dennoch möchten wir den Prozess festhalten. 

Um also einen Überblick zu verschaffen beginnen wir am Anfang:
Vor ungefähr einem Jahr kamen Flo und Daniel auf die Idee, nach dem ABI eine Fahrradtour nach Istanbul zu machen. Als ich davon hörte, war ich sofort begeistert trotz meiner anfänglichen Skepsis. Zu diesem Zeitpunkt war ich zwar fit, aber was das Fahrrad betrifft gänzlich untrainiert. 3000 Km sind für einen blutigen Anfänger schon eine Hausnummer.
Daniel versicherte mir allerdings, dass eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 22kmh machbar sei, was sich auch beim anfänglichen Training bestätigte.

Dann allerdings kam alles anders. Flo brach sich im Winter beim snowboarden die Schulter, eine Tour mit dem Rad war jetzt undenkbar. Nach dem Abitur einfach nichts zu unternehmen war für uns aber auch keine Lösung. Es entstanden die wildesten Diskussionen, wie man die Strecke bewältigen könnte. Sogar der Wasserweg per Boot wurde in Betracht gezogen. Irgendwann stand dann die Idee des Holzvergasers im Raum. Daniel, der sowieso Diesel im Blut hat und sich mit Autos auskennt, kam auf diese Idee. Ich, und ich glaube auch Flo hatten bis dahin noch nicht einmal von solchen Apparaturen gewusst.

Aus der ersten Idee wurde dann in mehreren großen Pausen bald ein Plan und die ersten Probleme tauchten auf: Wie zur Hölle erklärt man einen rauchenden, stinkenden Kessel am Heck eines Fahrzeugs den Behörden? Es würde schwierig werden, so eine Konstruktion überhaupt anzumelden.
Ein Besuch beim TÜV brachte uns voran. Mit etwas Nachdruck bekamen wir nach einiger Zeit die richtige Person ans Telefon, die uns sogleich darüber belehrte, dass es in Deutschland eine Abgasnorm gäbe. Holz ist nach dieser Norm, die übrigens 1969 eingeführt wurde, kein zugelassener Kraftstoff. 

Es gab zwei Lösungen für das Problem. Erstens: man versucht Holz als Kraftstoff in die Norm auf nehmen zu lassen. Durchaus möglich, es müssen aber allgemeingültige Schadstoffdaten erbracht werden. Mit anderen Worten; diese Variante würde schon teuer werden, bevor wir überhaupt mit dem Bau beginnen, zumal nicht garantiert ist, dass Holz tatsächlich zugelassen wird.
Die zweite Möglichkeit gefiel uns allen besser und ersparte uns lästige Behördengänge. Anstatt sich nach der Norm zu richten, könnte man einfach ein Auto kaufen, das von der Norm befreit war. Es musste also ein Wagen sein, der vor 1969 gebaut wurde und obendrein in unser beschränktes Budget passte.

Wir schritten zur Tat und durchforsteten Onlineportale und Foren, sahen uns Autos in der Umgebung an. Schließlich kauften wir, einen alten Skoda auf Ebay. Um genau zu sein einen Skoda 440 von 1952 für 700euro ein super preis, wenn er anspringen würde.
Naiv fragten wir, ob man mit dem Skoda von Hannover nach Hamburg fahren könne oder ob wir wirklich mit Hänger kommen müssten. Wir entschieden uns dann allerdings doch für den Hänger, was wie sich herausstellen würde, eine weise Entscheidung war.

Nun hatten wir also ein Auto und schon auf dem McDonalds Parkplatz merkten wir, wie cool der Wagen war. Obwohl er waghalsig verschnürt auf dem Hänger stand und noch nicht einmal fuhr, interessierte man sich für ihn. Vergnügt beobachteten wir die Leute vom Fenster aus, wie sie nacheinander den Wagen unter die Lupe nahmen.